Jurybegründung Hessischer Filmpreis 2026

In „Sieben Kreise der Hölle“ verdeutlicht Andrzej Klamt die grausame Realität des aufgezwungenen und alles zerstörenden Ukraine-Krieges. In sechs Portraits und Psychogrammen erzählt der Film eindrücklich und leise von den Abgründen einer Gesellschaft, die an den Folgen der brutalen Sinnlosigkeit der Höllenkreise Gewalt, Entmenschlichung und Trauma zu zerbrechen droht. Durch die feinfühligen Innenansichten seiner Protagonistinnen und Protagonisten kommt der Film sehr nah an die Frontlinie des Unbegreiflichen und Unbeschreiblichen. Klamt begleitet sechs Menschen in ihrem letzten verzweifelten Kampf gegen den trichterförmigen Abgrund, wie es bei Dante heißt: Je tiefer man hinabsteigt, desto schwerer wiegt die Schuld. Vor der anhaltenden und aktuellen Realität dieses tobenden Krieges ist “Sieben Kreise der Hölle“ ein Plädoyer für Anteilnahme und Menschlichkeit.

„Ein ungeheures und bewegendes Dokument. Wieviele das aushalten – den Krieg selbst oder auch nur, das hier anzuschauen, weiß ich nicht.  Alles festgehalten in einer unprätentiösen, unverkünstelten, umso eindrücklicheren Art und Weise. Diese Toten auf Urlaub reden alle wie Philosophen, wie in einer antiken Tragödie, wie aus dem Jenseits.
Gerd Koenen (Publizist und Historiker)

„Ganz herzlichen Dank, dass ich mir gestern „Sieben Kreise“ anschauen durfte. Ich bin tief beeindruckt – euch ist ein wirklich großartiger Film gelungen. Ich habe viel Nähe und auch Bewunderung für alle Protagonist:innen empfunden. Und ich denke, ihr habt eine filmische Sprache gefunden habt, die für diesem Grauen angemessen ist. Wie wichtig ist es, dass wir nie aus den Augen verlieren, was derzeit in Europa geschieht und welches Ausmaß dieser Krieg für jeden Einzelnen und für alle Ukrainer:innen hat. Also meine größte Hochachtung – auch für euren Mut als Filmteam!!!“ 
Christiane Meyer (Redakteurin ZDF)

„Ich habe mir den Film angesehen. Er ist wirklich gut. Herzlichen Glückwunsch. .Wenn die Stimmen besonders aus dem Off ertönen vermitteln sie ein Gefühl von Intimität und Bekenntnis. Beim Zuschauer entsteht das Gefühl, dass ihm als Einzigem auf der Welt die geheimsten Gedanken anvertraut werden.  Wie in der Kirche vor dem Priester.
Andrej Alferow, Filmkritiker Kiew Ukraine